Push Hands

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Wie kannst Du gutes Push Hands spielen

Tai Chi ist dafür entwickelt worden um in einer tödlichen Auseinandersetzung durch Wahrnehmung und Durchlässigkeit überlegen zu sein.
Es gibt diese Aufgabenstellung in unserer heutigen Welt nicht mehr und wir sollten also auch die innere Ausrichtung überprüfen.
Heute ist es für unser gutes Leben wichtiger ob wir uns selbst und den anderen spüren können um mit ihm zu einem guten Miteinander zu finden.
Wie können wir dieses gute und einander fördernde Miteinander in der Kampfkunst Tai Chi und im Push Hands verwirklichen?

Dazu ein paar Erfahrungen, die ich hier zu Regeln zusammengestellt habe.

*    Du sollst nicht zwingen
Weil der erste Gezwungene Du selbst sein musst.

*    Du sollst nicht lehnen
Denn wenn Du pushst, in dem Du lehnst, hast Du zuerst Dich selbst umgeworfen und diese Disbalance dann dem Anderen aufgeladen.

*    Du sollst keine Techniken einsetzen
Denn wenn sich zwei Menschen begegnen, wäre es schade, wenn weder der eine noch der andere Mensch in der Begegnung anwesend ist, sondern nur eine Technik.

*   Du sollst nicht weggehen – Du sollst nicht gegen gehen
Sondern lerne die Kraft des Anderen anzunehmen und durch sie bereichert zu werden.

*    Gehe niemals zurück
Es gibt nur eine Richtung: Vorwärts!
Sei wie das Wasser, das immer dem Meer zustrebt. 
Du bist das Wasser, der Andere das Meer.
Innerlich ist das Wasser so beständig, wie nichts anderes auf seinem Weg.
Äußerlich folgt es allen Bedingungen und Widerständen, die ihm begegnen.
So auch beim Pushen: Für den inneren Weg. Für dein „Vorwärts“ bist Du allein verantwortlich. In der äußeren Erscheinung sei offen für jede entstehende Wandlung.

*    Benutze die Arme nicht
Bewege die Arme aus Deiner Mitte, als wären sie eine Außenhülle Deines sehr dicken Bauches.

*    Nicht greifen
Ein Griff ist immer eine Verspannung Deines Daumens gegen die Finger. Ein Griff ist ein kleines Zwingen mit den entsprechenden Folgen.

*    Mach Dir kein Bild von der Welt
Lerne keine Angst zu haben, keinen Plan, keinen Ehrgeiz und kein Wissen.
Sei in dem was geschieht, was immer das ist.

*    Ware die Grenzen Deines Partners
Dosiere Kraft und Tempo so, dass Dein Partner spüren kann was geschieht.

*    Lehre Deinen Partner Dir ein guter Partner zu sein
Erwarte nicht von Deinem Partner, dass er spürt was Du brauchst.
Zeige deutlich was Du brauchst um Dich sinnvoll entwickeln zu können.

*    Nicht zu viel Kraft – nicht zu viel Schnelligkeit

*    Rede wenig
Push Hand ist ein Weg des Körpers. Du lernst ein wesentliches und sehr intimes Gespräch mit dem Körper zu führen. Ersetze nicht Spüren durch Reden.

*    Unterrichte nicht den, der nicht unterrichtet werden möchte

*    Meide Menschen, die Dir schaden
Du kannst immer auf die Toilette gehen.

*    Verstecke Dich nicht
Lass Deinen Partner immer alles über Deinen Zustand wissen. Lass die Anderen in Dein Zentrum. Wenn Dein Zentrum geerdet ist und Du in Frieden mit Dir selbst bist, kann Dir nichts geschehen.

*    Ein guter Push wird durch den Unfrieden im Gepushten ausgelöst.
Ein solcher Push enthält wichtige Informationen für den Gepushten und weist den Weg zu innerem Frieden.

*    Es gibt keinen Push
Deine Fließrichtung auf das Zentrum des Partners enthält immer auch die Potenz zum Push. Ausgelöst wird der Push durch den Anderen. Du selbst fließt in dem Push, nicht anders als davor oder danach.

*    Finde eine guten Übungspartner
Wer 4-blättrige Kleeblätter finden kann, findet auch einen guten Übungspartner.

30. November 2010