Teilnehmerstimmen TCM Seminar

Im Rahmen meiner Tai Chi Ausbildung hatte ich die Gelegenheit, einen zweitägigen Workshop mit Gudrun zum Thema TCM zu besuchen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich selbst bereits schonmal etwas mit Meridianen, Akkupressur und auch einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen beschäftigt, kam bei meiner autodidaktischen Herangehensweise jedoch nicht sehr weit über einen eher theoretisch-philosophischen Ansatz hinaus. Praktische Erfahrungen hingegen hatte ich bis dahin hauptsächlich mit dem Modell von Yin und Yang, da dieses Modell in meiner Tai Chi Praxis von erheblicher Bedeutung ist, und in ihr beobachtbar und erfahrbar wird. Schon die erste Übung in diesem Workshop, in der wir ohne theoretische Vorbereitung intuitiv und spürend beobachteten, was in uns und unserem Gegenüber passiert, wenn wir durch Berührung in Kontakt gehen, hat in mir eine sehr starke Resonanz, Faszination und großes Interesse ausgelöst. Nach einer sehr interessanten und dialog-basierten Einführung in einige Aspekte des theoretischen Überbau's der TCM, haben wir uns dann mit den Verläufen von Meridianen und ihrer Bedeutung für die Qi-Gong- und Tai-Chi-Praxis beschäftigt und einige praktische Übungen dazu genutzt, diese Übertragung spürbar zu machen, sowohl an uns selbst, als auch an einem Gegenüber. Besonders bei dem 'Qi-Gong der fünf Laute' konnte ich für mich einige der zuvor theoretisch erläuterten Aspekte der TCM am (im) eigenen Leib spüren und nachvollziehen, was mich sehr beeindruckt hat, da ich mit einer so deutlichen Erfahrbarkeit dieser Dinge nicht gerechnet hatte. Gudrun hatte Material für eine ganze Woche im Gepäck, und leider hatten wir nur zwei Tage Zeit um damit zu experimentieren und zu forschen. Sie ist dabei sehr schön auf das Interesse der Gruppe eingegangen, so daß jeder Teilnehmer das lernen konnte, was Sie/Ihn am meisten fasziniert hat. Wir haben uns noch ein paar mögliche Behandlungsmethoden angeschaut und jeder der wollte konnte Moxa's, Akkupunkturnadeln, Schröpfgläser und verschiedene Stimulations-/ Massagegeräte ausprobieren. Mich persönlich hätten noch ein paar Einblicke in die verschiedenen Diagnoseverfahren der TCM interessiert, aber es war bereits zu Beginn des Workshops klar, daß dies ein so weites Feld ist, daß wir uns innerhalb dieser kurzen Zeit wohl nicht wirklich damit beschäftigen können. Angesichts der Reichhaltigkeit der Erfahrungen und Betrachtungen an diesen zwei Tagen bin ich aber auch sehr froh darüber, daß wir in unseren Übungen lieber in die Tiefe gegangen sind, anstatt viele Dinge nur oberflächlich anzuschneiden. Eine Woche später war ich bei einem Tag der offenen Tür in einer Shiatsu-Schule und stellte dort fest, daß ich vieles von dem was mir dort begegnete, gut nachvollziehen und auch darüber kommunizieren konnte, obwohl ich bis zu diesem Tag keine Erfahrung mit Shiatsu hatte. Da dachte ich bei mir, das Wochenende mit Gudrun hat wirklich Spuren hinterlassen, und ich hoffe diesen Spuren noch weiter durch das Leben folgen zu können. Danke an Gudrun und an meine Mitschüler_innen!

Oliver P.

 

Liebe Gudrun, zuerst einmal möchte Dir sagen, dass ich die Art und Weise, wie Du die Essenz der TCM- Idee vermittelt hast, klasse fand. Die Strategie – erst erleben, begreifen oder malen zu lassen - dann das Wissen dazu zu ergänzen, ist eine wundervolle Möglichkeit stressfrei und spielerisch neue Stoffgebiete grundlegend zu erkunden. Ich denke, bei allen Teilnehmern ist eine Menge hängen geblieben. Nach einem meditativen Einstieg zu den drei Schätzen Jing, Qi und Shen und einer Reflexionsphase wurde es nach einer Meridiandusche erst einmal bunt. Papier und Stifte lagen bereit und ruck zuck war der Verlauf der 12 Hauptmeridiane von Dir erklärt und von uns begriffen. Am Nachmittag beschäftigten wir uns wieder praktisch mit Energiepunkten und den Leitbahnen. Wir nutzten Tuina und Qi-Gong-Massagetechniken, die leicht zur Selbstbehandlung auch im Rahmen von Kursen nutzbar sind. Die Wahrnehmung der zuvor massierten Punkte war sehr klar. In den Brokat-übungen war die Selbstkorrektur aufgrund der viel deutlicher als sonst spürbaren Energiebahnen plötzlich ganz leicht. Dein Gespür für die Gruppe ließ intensives gemeinsames Arbeiten sowie Fragen zu individuellen Themen gleichermaßen zu. Es hat viel Spaß gemacht diese Erfahrungen zu machen. Am zweiten Tag haben wir einen Einblick in weitere Bereiche der TCM gewonnen. Zur chinesischen Wärmepunktur Moxibution hattest Du von klassischen Moxa Zigarren, Moxa Stangen rauchfrei und Mini-Klebemoxa aus Beifuß alles dabei. Wir haben kräftig geräuchert und in Selbstversuchen fast alles ausprobiert. Abschließend hatte, wer wollte, die Gelegenheit eine Akupunkturerfahrung zu machen. Nach genauer und gründlicher Aufklärung durch Dich zur Hygiene und wesentlichen bekannten Akupunkturpunkten habe ich mir selbst mal eine Nadel gesetzt. Das hatte ich zuvor noch nie gemacht. Fasziniert stellte ich fest, dass mir der Einstich keinen Schmerz bereitete. Zielsicher fand ich den gesuchten Punkt in einer Tiefe von fast 3,5 cm und spürte, wie sich das Gefühl in diesem Punkt und in der Umgebung in den nächsten Minuten veränderte. Es war ein tolles Grundlagen-Seminar mit vielen guten Tipps und interessanten Erfahrungen, gut aufbereitet und vermittelt und verständlich und greifbar auch für medizinische Laien.

Imke Dietz, 12. Oktober 2016

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